Neuigkeiten rund um Danyal Bayaz

Zum 75. Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus

Kein Millimeter Toleranz gegenüber Antisemitismus

 | Berlin

Heute ist der 75. Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus. Wir brauchen eine verantwortungsbewusste Erinnerungskultur, auch ganz konkret vor Ort. Schicksale wie die des badischen SPD-Politikers Ludwig Marum, der bereits 1934 von den Nazis im Konzentrationslager bei Kislau ermordet wurde, berühren mich. Sie zeugen davon, dass die Gräueltaten der Nazis nie vergehen. Sie erinnern uns vor allem auch daran, dass sich die rassistische Ideologie auch gegen all Jene richtete, die mutig für unsere Demokratie eintraten und versuchten sie zu verteidigten

 

Antisemitismus und Geschichtsvergessenheit stehen heute wieder erschreckend hoch im Kurs. Die Zunahme antisemitischer, fremdenfeindlicher und frauenverachtender Vorfälle spricht eine klare Sprache. Seit Beginn dieser Legislaturperiode ist der Umgang mit unserer Geschichte auch wieder Gegenstand harter politischer Auseinandersetzungen im Bundestag geworden. Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus werde von demokratiefeindlichen Stimmen als „Schuldkult” diffamiert, Einwanderung als „Bevölkerungsaustausch” durch „kulturfremde” Menschen und Begriffe aus dem Nationalsozialismus wie „völkisch“ oder „entartet” werden bewusst und ohne jede Scham verwendet, um die Grenzen des Sagbaren schrittweise zu verschieben und damit unser Fundament des „Nie wieder!“ anzugreifen.

Dass Nationalismus, Rassismus und Hetze einen Weg zurück ins Reichstagsgebäude  - die Herzkammer unserer parlamentarischen Demokratie - gefunden haben, ist ein Weckruf für alle Demokratinnen und Demokraten. Auch hinter der grauenvollen Tat von Halle und dem Mord an Walter Lübcke stecken Strukturen, Mechanismen und Denkmuster. Es hätte überall in Deutschland passieren können. Die Morde unterstreichen auf brutale Weise, dass es uns allen und an jedem Tag aufs Neue liegt, der Enthemmung in Sprache und Taten etwas entgegen zu setzen – nicht erst nach so schrecklichen und beschämenden Anschlägen. 

Für mich ist es unerträglich, dass Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland heute wieder angegriffen werden. Wir können nicht bei Solidaritätsbekundungen stehen bleiben. Hass und Gewalt gegen Religion, Hass und Gewalt gegen Herkunft, Hass und Gewalt gegen unsere Demokratie richtet sich am Ende immer gegen die gesamte Gesellschaft – also gegen uns alle. Es ist ein Angriff auf unsere Erinnerungskultur, wenn Forderungen erklingen, einen Schlussstrich zu ziehen, wo es keinen geben kann. Wir werden nicht die Augen schließen, sondern entschieden Aufklärung gegen Antisemitismus, Rassismus und alle anderen Ideologien leisten, die unser friedliches Zusammenleben gefährden. Der heutige Gedenktag hält uns dazu an, den Blick in unsere Vergangenheit zu richten. Gleichzeitig ruft uns diese Erinnerung dazu auf, unsere Verantwortung im Heute zu erkennen und anzunehmen– indem wir Antisemitismus und Hass keinen Millimeter Toleranz einräumen. Denn Raum hat in unserer Gesellschaft allein der Mensch mit seiner Würde, Einzigartigkeit und Freiheit

 



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