Neuigkeiten rund um Danyal Bayaz

Besuch auf der German-American Conference in Harvard

Im Rahmen der traditionsreichen Konferenz in den USA ergaben sich viele interessante Gespräche

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In der ersten Oktoberwoche war ich einige Tage in den USA, um an der inzwischen traditionsreichen German-American Conference an der Harvard Universität bei Boston teilzunehmen. Ich habe dort wieder erlebt: Die USA sind nicht nur Trump, sondern auch viele Studentinnen und Studenten, Akademiker und Initiativen, denen ein gutes transatlantisches Verhältnis am Herzen liegt. Das sollten wir uns immer wieder in Erinnerung rufen.

Ich habe auf dieser Konferenz über die Digitalisierung in den USA, China und Europa diskutiert. An meinem Panel nahm auch Dieter Kempf teil, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V.. Wie wirkt sich Digitalisierung auf unsere Wirtschaft, auf unsere Arbeits- und Lebenswelt aus? Wo steht Europa im digitalen Rennen mit China und den USA? Ist es ein Rennen um Vorherrschaft, um Standards setzen zu können, an denen sich andere orientieren müssen?

Wenn wir bei ethischen Fragen der künstlichen Intelligenz relevant sein wollen, müssen wir grundsätzlich Vorreiter bei künstlicher Intelligenz werden. Gerade weil wir Dinge anders machen als etwa China und die USA. Das wird nur klappen, wenn kein Weg an Europa vorbei führt.

Zugleich definieren unsere Werte unsere Ziele. Innovation braucht eine Richtung. Innovationen sind dann wirklich innovativ, wenn sie auch nachhaltig sind. Es darf nicht auf Kosten sozialer Standards gehen. Innovationen sollen unser Leben erleichtern und nicht unsere Freiheit einschränken. Blockchain kann viele Prozesse umkrempeln, sie sicher und effizienter machen, es ist aber auch wichtig, dass das nicht mit einem überbordenden Energieverbrauch einhergeht.

Es findet de facto ein Rennen um die Vorherrschaft im digitalen Wettbewerb statt. Uns sollte es darum gehen, innerhalb Europas besser zusammenzuarbeiten – ich denke da vor allem an Deutschland und Frankreich. Wir sollten gute Rahmenbedingungen für unsere Startups schaffen, damit sie Innovationen auf den Markt bringen können (um im Idealfall später hier Werte schaffen und hier auch Steuern zahlen). Dazu gehört auch ein besserer Zugang zu Wagniskapital.

Ich konnte mich in Boston mit einigen interessanten Persönlichkeiten austauschen. So traf ich zwei der weltweit führenden Volkswirte. Daron Acemoglu ist Autor des bedeutenden Buchs „Warum Nationen scheitern“. Der Ökonom forscht am MIT. Mit ihm ergab sich ein spannender Austausch über Populismus, öffentliche Institutionen, die Türkei und die bevorstehenden Midterm Elections in den USA. Ken Rogoff ist Professor an der Harvard University und früherer IWF Chefökonom. Und er ist Schachgroßmeister. Er macht sich (zu Recht!) Sorgen um die Eurozone. Damit wir stabiler durch die nächste Krise kommen, brauchen wir die Bankenunion und müssen den Krisenfonds ESM zu einer Art europäischen Währungsfonds weiterentwickeln. Als erfolgreicher Autor über Finanzkrisen („This Time is different“) weiß Ken Rogoff, wovon er spricht.

Für eine Sache blieb leider keine Zeit: Baseball. Obwohl ich den Fenway Park, das Stadion der Boston Red Sox, mehrmals von außen sehen konnte, habe ich leider das Playoff-Duell dem Erzrivalen Boston New York Yankees verpasst. Next time!



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