Neuigkeiten rund um Danyal Bayaz

Frei(e)Tage für die Zukunft?

Danyal Bayaz im Gespräch mit dem Bruchsaler Jugendgemeinderat

 | Vor Ort

Am 15. März waren Jugendliche in ganz Europa wieder zum „Fridays for future“ auf der Straße. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Danyal Bayaz sprach mit dem Bruchsaler Jugendgemeinderat über engagierte Schulschwänzer und warum Politik mehr Jugend braucht Darf man für die Zukunft des Planeten nicht auch die Schule schwänzen? Mit dieser aktuellen Frage begrüßte der Bruchsaler Bundestagsabgeordnete die Jugendgemeinderäte. Unter dem Motto „Jugend trifft Politik“ hatte der 35-Jährige die Jugendlichen ins Grüne Büro am Kübelmarkt gleich neben den Weltladen eingeladen.

Etwa ein Jahr nach dem Wahlaufruf zum neuen Jugendgemeinderat wollte der Bruchsaler Abgeordnete, der in Berlin Zukunftsthemen wie Digitalisierung aber auch Europa und sozialen Zusammenhalt vertritt, erfahren, was die Jugendlichen politisch umtreibt, „was Ihr vielleicht schon erreicht habt und ganz besonders, was als nächstes auf Eurer Agenda steht“, so Dr. Danyal Bayaz. Ob die 16-Jährige Greta Thunberg aus Schweden zum Beispiel für sie ein Vorbild sei? Immerhin Initiatorin der „Fridays for future“ - derzeit in alle Munde und in allen Medien – jene Freitage, an denen Jugendliche in ganz Europa für den Umwelt- und Klimaschutz auf die Straße gehen. „Es imponiert natürlich sehr, wenn jemand in unserem Alter so glasklar seine Ziele verfolgt und damit so viele Menschen berührt und aufrüttelt“, antwortete Anna-Lea Süß. Die 19-Jährige Sprecherin des Bruchsaler Jugendgemeinderates hatte 2018 „bis zum letzten Tag“ gezögert, erzählt sie offen, ob sie sich zur Wahl stellen wollte. Jetzt kandidiert sie bei den Kommunalwahlen im Mai sogar für den Ortschaftsrat. Gerade junge Menschen müssten sich aktiv in die Politik einbringen und manchmal eben auch mit Leidenschaft aber vor allem guten Argumenten für ihre Sache streiten, um gehört zu werden, darin waren sich Anna-Lea und ihre Kolleginnen und Kollegen einig. Genauso wie beim Thema Schule schwänzen: „Bruchsal ist eine Schulstadt, da können, wollen und werden wir Gleichaltrige sicher nicht zum Schule schwänzen aufrufen, auch wenn es für einen richtig guten Zweck ist“, so die Jugendlichen, die ganz verschiedene Bruchsaler Gymnasien und Realschulen besuchen.

Schlau machen statt blau machen - das ist schon eher ihr gemeinsames Ziel. Pünktlich zum nächsten „Friday for future“ am 15. März wollen Anna-Lea, Simon, Polina, Havva, Jakob und Nils in der Bruchsaler Innenstadt gemeinsam mit anderen engagierten Jugendlichen Obstnetze aus Stoff als Geschenke verteilen. Natürlich außerhalb der Schulzeit. Ab 17 Uhr plant der Jugendgemeinderat außerdem, in der Fußgängerzone unterwegs zu sein, um zu den Anliegen junger Leute in Bruchsal ganz aktiv ins Gespräch zu kommen. „Wenn nur ein paar Leute später neue Eindrücke und vor allem unseren Beutel mitnehmen und in Zukunft keine Plastiktüten mehr brauchen, hat sich der Einsatz schon gelohnt“, erzählt Polina Masloboje, die aus den ersten Monaten im Jugendgemeinderat aber auch selbst schon viel mitgenommen hat. „Früher habe ich gar nicht so richtig mitgekriegt, was in unserer Stadt passiert, heute weiß ich viel besser, wo es etwas zu tun gibt“, erzählt die 15-Jährige, die wie einige ihrer Mitstreiter über einen städtischen Workshop zum Jugendgemeinderat gekommen ist. „Es reicht uns nicht, ein paar Mal im Jahr zögerlich ein paar Anträge vorzubringen und abzuwarten, ob jemals etwas daraus wird, wir wollen wirklich etwas bewegen“, stimmt Havva Nur Yasar zu. Weniger Müll in der Stadt zum Beispiel, mehr Mitbestimmungsrecht für Jugendliche – und Zukunftspläne über die zeitlichen Quartalsgrenzen großer Firmen und Wahlzyklen der Politik hinaus. Ein kommunales Wahlrecht ab 16 Jahren? „Das wäre genau der richtige Weg, um mehr junge Leute für Politik zu begeistern und der Politikverdrossenheit entgegen zu wirken“, stimmt Danyal
Bayaz zu und betont: „Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels deutlich spüren und die letzte, die das Ruder jetzt noch rum reißen und aktiv etwas dagegen tun kann. Da brauchen wir die Kraft, Power und Energie gerade der jungen Leute.“ Warum dauert das mit dem Kohleausstieg so lange? Kann man Plastikmüll nicht einfach verbieten? Und haben sich die Briten mit den Brexit-Plänen nicht „hauptsächlich selbst ins Knie geschossen?“

Bei der anschließenden Diskussionsrunde mit ihrem Abgeordneten gab es kaum eine tagesaktuelle politische Frage, die die Jugendlichen ausließen. Dass Danyal Bayaz in der Enquete-Kommission für Künstliche Intelligenz in Berlin gerade über ethische Leitplanken für Wissenschaft verhandelt, interessierte die Jugendlichen auch im Hinblick auf sensible Themen wie Organspende oder Abtreibung besonders. „Ich seid ja im Frühjahr auf Reise in Berlin, ich würde mich freuen, wenn wir dann weiter diskutieren und Ihr diesen frischen Wind in unsere Hauptstadt mitbringt“, bedankte sich der Abgeordnete für das Gespräch.



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